Merksätze zur Psora

Zusammengestellt von Dr. Wolfgang Mettler

Es existiert keine Haut-Erkrankung, die eine rein lokale Angelegenheit ist.

Die Psora ist eine nicht-venerische chronische Krankheit, d.h. eine chronische Verstimmung der Lebenskraft, die durch Unterdrückung oder
Auto-Unterdrückung eines Hautausschlages hervorgerufen wird und die nie von allein ausheilen kann.

Die Psora ist die älteste, allgemeinste, verderblichste und ansteckendste unter
den chronischen Miasmen.
Die Infektion erfolgt augenblicklich und dynamisch.

Das reinste ursprüngliche Lokalübel der erworbenen Psora ist ein krätz-ähnlicher vesikulärer Hautausschlag, stark juckend, mit einem spezifischen Geruch, mit brennenden Schmerzen und mit Absonderung einer klaren Flüssigkeit nach dem Kratzen.
Erst wenn der ganze Organismus infiziert ist, tritt das Lokalübel auf.
Solange dieses Lokalübel unangetastet bleibt oder von der Lebenskraft
an der Peripherie gehalten werden kann, nimmt die Psora keinen inneren chronischen Verlauf. Wie schon erwähnt, kann das Lokalübel auch von allein nach innen schlagen.

Nach einer Unterdrückung, kommt es nicht unbedingt sofort zur inneren psorischen Metamorphose, sondern es kann ein Latenzstadium – mehr
oder weniger lang – auftreten.

Die Psora ist das chronische Miasma, das sich am leichtesten aktivieren läßt.
Sie geht sehr schnell mit einer anderen chronischen Krankheit eine Verbindung ein und kann dann eine erworbene doppelte miasmatische Kombination bilden, (Hahnemann: Komplikation, § 40 Organon, 6), im schlimmsten der Fälle, eine dreifache chronische miasmatische Kombination.

Diese beiden Eigenschaften, die mögliche Autounterdrückung und die leichte Aktivierung mit leichter Bindungsfähigkeit machen die ganze Gefährlichkeit der Psora aus.

Hahnemann wies schon darauf hin, daß es wichtig sei zu versuchen, die erworbene Syphilis oder die erworbene Sykosis zu behandeln und auszurotten, bevor sie sich mit der Psora verkomplizieren.


Dr. J. H. Allen schrieb :

,, Alles deutlich pathologisch Veränderte kommt selten, wenn überhaupt,
aus dem psorischen chronischen Miasma allein, denn dieses behindert mehr das Funktionelle.
Erst wenn es sich mit der Syphilis oder Sykosis verbindet, sehen wir,
wie pathologische Veränderungen sich zu entwickeln beginnen. Dies
gilt vor allem für innere Erkrankungen des Körpers. Wir treffen je-
doch nur wenige Menschen an, die rein psorisch (hereditär-psorisch) und frei jeglicher Verbindung mit anderen chronischen Miasmen sind”.

Die aktive Psora kann jedes Gewebe des Organismus ergreifen;
sie hat keine ausgesprochenen ,,Lieblingsregionen”, sie sucht sich immer die durch Erbschaft oder vorhergegangene Krankheiten geschwächten
Körperteile aus, wie ein opportunistischer Angreifer. Die Psora kann plötzlich an einer unerwarteten Stelle auftreten.

Die erworbene Psora wird in dem Stadium übertragen, in dem sich der
kontagiöse Träger gerade befindet; d.h. eine Ansteckung im 2. oder im
3.Stadium ist nie auszuschließen.

Wie wir wissen, gibt es zwei Arten von Gonorrhoe, eine sykotische und eine
nicht-sykotische.
Die Unterdrückung einer nicht-sykotischen Gonorrhoe kann eine latente
Psora aktivieren, die sich zuerst als hartnäckiger Nachtripper äußern
kann, aber noch viele andere Symptome hervorrufen kann, die übrigens
ein Forschungsfeld darstellen.

Psorische Erkrankungen können auch durch Impfungen hervorgerufen
werden.

Die Psora kann nicht nur erworben, sondern auch ererbt werden.
Heutzutage ist wahrscheinlich jeder Mensch durch Heredität psorisch belastet.

Hahnemann nennt bei der Behandlung der Psora die folgenden Heilungshindernisse :

 

Wodurch kann eine latente Psora (erworben oder hereditär) aktiviert werden ?

nach oben